Chiropraktik/Osteopathie
Tinnitus
Neue Wege der manuellen Tinnitusbehandlung
Sicherlich hat schon jeder Ohrgeräusche während seines Lebens wahrgenommen, sei es z.B. nach einem Discobesuch oder lautem Konzert, nach plötzlichem Knall, oder ohne irgendwelche Ursache einen kurzen Pfeiffton oder Surren im Ohr vernommen. Meist verschwinden dann diese Ohrgeräusche so schnell, wie sie gekommen sind.
Doch bei einigen Menschen bleibt dieser Tinnitus und davon finden ca. 20 % der Betroffenen ihn lästig bis extrem belastend. Auswirkungen auf die Psyche sind oft die Folge, der "Arzttourismus" nimmt seinen Lauf. Da es keine exakte wissen-
schaftliche Erklärung bezügl. Pathologie und Physiologie gibt, beanspruchen
nun einige Therapiefachrichtung des Rätsels Lösung gefunden zu haben.
Doch keine der vorschnellen Publikationen konnte bis dato ein zufriedenstel-
lendes Ergebnis vorweisen. Schulmedizinische Hilfen bestehen im absoluten Anfangsstadium der Beschwerden in Infusionstherapien (mit Kochsalz, Gingko, manchmal sogar Antibiotika), sonst Psychotherapie und div. Selbsthilfegruppen (Tinnitusliga).
Die Erfolge sind nicht ermutigend! Man steht dennoch auf dem Standpunkt, dass Ohrgeräusche hauptsächlich in Durchblutungsstörungen des Innenohrs begründet seien. Dieser Standpunkt liefert m.E. nicht den wahren Tatbestand (sonst während die hochgepriesenen Durchblutungsmittel wirksam, vielmehr liegen die Ursachen der Beschwerden auch hier in den diversen Teilbereichen des menschl. Körpers.
Diese unbefriedigenden Therapieerfahrungen meinerseits und auch vieler meiner Kollegen -jahrelange Therapiestudie i.d. Orthopädie- veranlassten mich vor einigen Jahren, auf meinem Fachgebiet der Chiropraktik und Osteopathie Forschungen über das Wesen und den manuellen Therapieansatz durchzuführen. Nun arbeite ich seit 2 Jahren mit meinem sehr erfolgreichen Therapiekonzept, denn während dieser Zeitspanne konnte über 70% der Tinnituspatienten geholfen werden und weitere Forschungsergebnisse lassen die Tendenz steigen.
Auffälligerweise litt die Mehrzahl der therapieresistenten Patienten unter einem steady rate Tinnitus, d.h. der Ohrton hielt gleichmäßig in Qualität und Tageszeit an, ohne die geringsten Veränderungen. Diese Art des Tinnitus ist m. E. therapeutisch äußerst schwer zu beeinflussen. Hier mögen psychogene Leit-
kriterien incl. Blockaden / Gewöhnungseffekte eine große Rolle spielen, ebenso
die Theorie von irreparabel zerstörten Haarzellen.
Unsere Tinnitusbehandlung gründet sich im wesentlichen auf fünf Grundpfeiler - obere Halswirbelsäule mit cranialem Übergang - Kiefergelenk mit seinen unzähligen Noitzen u. Propriorezeptoren in Verbindung mit dem gleichseitigen Iliosacralgelenk - Cranium (Schädel) speziell os parietale und os occipitale (Hinterhaupt) - Weichteilstrukturen spez. der vorderen HWS-Anteile incl. der unterstützenden Ligamenti (Bänder) - manuelle Organbehandlung falls nötig (spez. Dickdarm und Zwerchfell).
Der Therapieumfang und die Auswahl der erfolgversprechendsten Behandlungstechniken der Chiropraktik und Osteopathie richtet sich nach der Anamnese und Diagnosestellung des Betroffenen. Meine Forschungen ergaben u.a. folgende Resultate - in Stichpunkten:
Die Mehrzahl der Tinnitusgeplagten Patienten leiden an einer Dysfunktion des Innenohrs aufgrund von Durchblutungsstörungen und / oder Nervenreizfehlinterpretation des N. facialis und/oder N. trigeminus (z.B. Tinnitus nach Hörsturz = Ganglion vestibulare und liegt direkt neben N. facialis = 1. Halswirbel), Lig. Alare bei Lageschwindel, Kiefergelenk über M. pterygoideus sup Diskusverlagerung anterior -Zugspannung der hinteren Haltebänder, Proc. Styloideus mit Lig. Stylomandibulare, vordere Glenkkapsel Kiefergelenk wird vom N. auriculotemporalis umgeben = N. facialis-Verbindung, rectus capitis-Muskelgruppe als Blockierung des Cervikocranialen Übergangs und Zugspannung Hinterhaupt usw...
Dieser kurze Abriss soll nur die Vielschichtigkeit einer effektiven Tinnitusbehandlung andeuten. Letztendlich müssen sich die Mehrzahl der Betroffenen nicht mit quälenden Ohrgeräuschen abfinden, wobei jedoch die Faustregel gilt, je älter dieser Zustand existiert, desto länger die Therapiedauer. Dennoch müssen nach 4-6 Behandlungen spürbare Verbesserungen zu verzeichnen sein, um eine positive Prognose des Heilungsverlaufs erstellen zu können.
Letztendlich sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass zur Durchführung vieler chiropraktischer und einiger osteopathischer Techniken an der Halswirbelsäule, speziell bei Tinnituspatienten, bildgebende Verfahren (zumindest Röntgenbilder) absolut notwendig sind, zur beiderseitigen Sicherheit und zur Diagnoseerweiterung!