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Chiropraktik/Osteopathie

Stress und die orthopädischen Auswirkungen

Stress ist zweifellos eine psychische Begleiterscheinung, der besonders in den Industriestaaten keiner entgehen kann. Nicht immer übt Stress einen negativen Einfluss auf den Menschen aus, denn laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die sich übrigens mit unseren langjährigen Beobachtungen decken, konnte deutlich ermittelt werden, dass besonders das Empfangsorgan und Verarbeitungspotential im Menschen Signale individuell verarbeitet und je nach Erfahrungsgut auswertet wird. Dies ist m.E. der entscheidenste Punkt, warum äußere Stresseinflüsse auf den Menschen so unterschiedlich reagieren.

Ein Beispiel:
Sie haben Kopfschmerzen oder brüten gerade eine Krankheit aus, oder haben sonstige psychische Belastungen, so multiplizieren sich weitere Stressoren auf die erworbene Schwächung. Nach dem Urlaub können Sie deutlich besser die Stressfaktoren wegstecken als vorher. Dies geht meist nach dem "alles oder nichts" – Gesetz, d.h. Vorbelastungen werden je nach individueller augenblicklicher Allgemeinverfassung kompensiert, bis irgendein Stressor, in welcher Größenordnung auch immer, das sog. "Fass zum überlaufen bringt".

Nun gibt es 2 Möglichkeiten der Reaktion:
Entweder die körperliche Verfassung schafft mit oder ohne Behandlungshilfe die Rückkehr in den "Normalstatus", oder der Stressor verfestigt sich (beeinflusst somit weitere psychische, seelische und körperliche Areale).

Dies könnte jetzt für die Gesundheit des Menschen problematisch werden, denn Dr. Reckeweg erkannte bereits vor über 50 Jahren die Schnittstelle zwischen funktionellem (wiedeherstellbarer Gesundheit) und strukturellem Zustand (nicht wiederherstellbar). Die Grenze zwischen funktioneller Erkrankung wie z.B. Verspannungen, Myogelosen, funktionelle Gelenksbeschwerden, Fehlregulation des Stoffwechsels, Sensibilitätsstörungen, Verdauungsstörungen, Infektanfälligkeit usw., und struktueller Erkrankung wie z.B. Arthrosen, Athritiden, krebsartigen Veränderungen, Bandscheibenvorfälle, Autoimmunerkrankungen mit Zellulären Veränderungen usw., kann bei nicht adäquater Therapie und Eigenregulation des Körpers jederzeit überschritten werden, d.h. die Möglichkeit einer Heilung schwindet im Allgemeinen proportional zur Art, der Erkrankung und Krankheitsdauer.

Ich gebe Ihnen ein kurzes Beispiel:
Pat. L:H berichtet: Vor 3 Jahren Beginn mit Kopfschmerzen nach Scheidungsfall,
2 Monate später Missempfindungen in den Händen bes. nachts mit Schmerzen im Schulterblatt nach langem Sitzen. Nach 3 monatiger Schmerzmitteleinnahme fügten sich durch Diclo 200 noch Verdauungsstörungen mit Durchfall hinzu. Wiederum einige Monate später kamen unerträgliche Lendenwirbelsäulenschmerzen mit Kniebeschwerden Innenseite und Schultergelenksschmerzen gleichseitig hinzu.

Die klinische Diagnose lautete:
Calcifizierte Supraspinatussehne, deutlicher Bandscheibenvorfall L4-S1, Innenmeniskusschaden psychogenes Schulter-Arm-Syndrom; folglich arbeitsunfähig und der Arbeitsplatz war in Gefahr!

Mein Tipp:
Falls die Schmerzproblematik nicht innerhalb 2 Wo. deutlich zurückgeht und der 1. Fall "Rückkehr in den Normalstatus" nicht gelingt, sollte hier spätestens der Behandler ihres Vertrauens therapeutisch eingreifen.


Die Regulationssysteme des Körpers fahren stets zweispurig, d.h. wenn die Psyche einen Enfluss auf körperliche Fehlregulationen ausübt, so kann über die geeignete manuelle Therapie des Körpers ein positiver Einfluss auf die Psyche erreicht werden.

Um nochmals auf unseren Fall von L.H. zurückzukommen entwickelte sich die Situation nach meiner Erfahrung folgendermaßen:
Der massive psychische Stressanteil nach der Scheidung führte folgerichtig zu Verspannungen und Fehlhaltung des Körpers, die Myogelosen der Schultermuskulatur bewirken zweifellos eine Veränderung der Gelenksmechanik und der nutritiven Anteile (Gefäße, Nerveninformation etc.).
Der deutliche auch in Ruhe langfristig erhöhte Gelenksbinnendruck schafft eine ideale Arthrosegrundlage. Auswirkungen auf Nachbargelenke sind nur eine Frage der Zeit und werden in Kombination mit Stoffwechselsituation, Haltungszustand, Weichteilbeschaffenheit (Muskulatur, Fascien, Sehnen, Bindegewebe) Disposition u. Konstitution bestimmt. Die Lendenwirbelsäulenproblematik basierte auf Magen-Darmprobleme, die zusätzlich durch Schmerzmittelmissbrauch verschärft wurden und als weitere "Stressoren" gezählt werden dürfen. Nach ausgiebiger radiologischer und blutstatusbedingter Ausschlussdiagnostik (bösartige Gewebsveränderung evtl.Gefäßstenosen) und Berücksichtigung von Kontraindikationen werden individuell abgestimmte Therapieanwendungen der Osteopathie und/ oder Chiropraktik und Naturmedizin herangezogen.

Inhibition Techniken u. Strain/Counterstrain Techniken lösen an der Muskulatur und Fascienstruktur hartnäckige Triggerpunkte und verankerte Stresspunkte (= Schmerzpunkte). Sie geben fehlgesteuerte biomechanische Hebelkräfte den Ursprungsstaus zurück. Gezielte osteopathische / chiropraktische Mobilisationen lösen zusätzlich die Nervenirritation, während osteopathische Weichteillösungen im Bauchraum die Grundregulation und den Energiestatus wiederherstellen können. Die Nervendehnungstechnik löst schnell Verklebungen und Blockierungen des Nervenverlaufs, die Cox-Technik mobilisiert mit der Suboccipitaltechnik auf schonendste Art und Weise den Rückenmarkskanal sowie die reagierenden Muskelirritationen um und neben der Wirbelsäule allgemein. Individuelle naturheilkundliche Anwendungen runden hier den ges. Therapieschatz ab.

Diese/r Patient/in hätte spätestens bei Beginn einer weiteren Erkrankungsart, sprich Missempfindungen in den Händen, zur Behandlung erscheinen müssen, die psychischen wie auch die körperlichen Folgeerscheinungen wären evtl. vermeidbar gewesen.

Zusammenfassung:

Negativer Stress
Folgebelastung
Rückkehr in Normalzustand / Verschlechterung
Postiver Stress
keine Folgebelastung
keine Behandlung nötig


Körperliche, geistige, seelische Auswirkung - Nach 2 Wo. Behandlungsansatz

Negativer Stress kann vor dem Entstehen einer Erkrankung durch gleichwertigen positiven Stress ausgeglichen werden!
(psychischer Ausgleich)