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Chiropraktik/Osteopathie

Der Fersensporn

Der Fersensporn wird als eine erworbene Knochenausziehung der inneren Fußunterseite (medial-plantar) definiert, die den Ursprungspunkt der inneren Plantaraponeurose und des M. Abduktor Hallucis bildet. Diese beiden Punkte setzen sich als sehr dünne Fersenknochenfascie über die Achillessehne zur kräftigen Wadenmuskulatur (triceps surae-Gruppe) fort.

Biomechanisch bilden sie eine dreieckige Hebelkraft, die summationsgerecht eine Art Bogenstruktur darstellt und somit eine Anteil auf die Fersenknochen-
postionierung und vor allem Fußformgestaltung ausüben. Die Ursachen der Fersenspornbildung liegen hauptsächlich in dieser jahrelang bestehenden biomechanischen Dysbalance der sog. Palmarfläche des Fußes zu den wadenmuskelseitigen Hebelkräften. Die Ausbildung des Fersensporns kommt sowohl bei Plattfuß als auch bei Hohlfuß vor.

Eine  Fersenknochendrehung n. oben (dorsal) bewirkt eine Hohlfußbildung und liegt unter anderem an der stärkeren Verspannung der Plantaraponeurose sowie des Abduktor Hallucis Muskels (Großzehenmuskels) durch hochhakige Schuhe, Fehlhaltung in der Vorwärtsneigung (siehe Gang-, und Haltungsartikel), Einlagen mit zu starker Erhöhung Fußinnenseite, Stoffwechselstörungen etc. mit erhöhter Ansatzreizung am Fersenknochen.

FersenspornDie Fersenknochendrehung  nach unten (plantar) beeinflußt die Plattfußbildung mit meist einhergehender Knickfußbildung. Hier sind die Hebelkräfte zugunsten der Wadenmuskelanteile gegenüber der Fußunterseite verstärkt, die Wegstrecke der Plantarfascie verlängert sich, eine Ansatzreizung am Fersenbein ist möglich.

Anatomisch gesehen wäre der therapeutische Ansatz  eines Fersenkissens logisch, leider ist  sie oft nicht wirksam. Langjährige Untersuchungen und erfolgreiche Therapieergebnisse haben jedoch gezeigt, dass eine Nervenabzweigung vom hinteren Schienbeinnerv (Ramus Calcaneus medialis vom N. Tibialis post.) und je nach Begleiterscheinung die Abzweigung des Plantarnervs (N. Plantaris medialis / lateralis) für die manchmal hartnäckigen Fersenschmerzen des sog. Pseudofersensporn verantwortlich sind.

Therapeutisch werden als lokaler Ansatzpunkt die biomechanisch fehlgesteuerte Hebelkräfte dieser Muskeln mit den Inhibition Techniken, Strain/ Counterstrain-Techniken u. den Nervendehnungstechniken wiederhergestellt, die beteiligten knöchernen Strukturen deblockiert, und, wenn erforderlich, die Dynamik der unteren Extremität über das Kniegelenk und Hüftgelenk (die rückwärtige Oberschenkelmuskulatur bewirkt häufig eine fasciale Unterschenkelvorspannung!) bis zu unteren Lendenwirbelsäule abgestimmt.

Vereinzelt konnte konnte erst durch die Entlastung des Psoasmuskel in Unterbauchbereich  (N. Femoralis - N. Saphenus) eine vollkommene Heilung des Fersenschmerzes erreicht werden.